Mario Brunello Violoncello

Biographie

«In dieser Werkhalle, wo wir den Gedanken und Ideen Leben verleihen, wurde früher Eisen bearbeitet. Eine harte Arbeit mit einer Materie aus Feuer und Erde, welche Ausdauer, Geduld und Intelligenz zu beugen und formen vermögen. Überlassen wir unseren Geist nicht dem Rost!»

Mit diesen Worten stellt Mario Brunello dem Besucher auf seiner Internetseite den kulturellen Treffpunkt ANTIRUGGINE (Rostschutz) vor, eine ehemalige Werkhalle in Castelfranco Veneto.

Sie vermittelt sogleich ein Bild von der anziehenden, originellen und anspruchsvollen Persönlichkeit Mario Brunellos. Wir entdecken nicht nur die Energie des wunderbaren italienischen Cellisten, einer Galionsfigur der Kammermusik seines Landes, sondern auch das soziale Engagement eines Mannes, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Musik und die Kunst einem immer wieder neuen und immer jüngeren Publikum zugänglich zu machen.

Das ist denn auch der Grund, weshalb die Sommets Musicaux 2013 Mario Brunello gebeten haben, die Rolle des Mentors der jungen Cellistinnen und Cellisten zu übernehmen, die dieses Jahr in der Kapelle Gstaad auftreten werden. Ausserdem wollte das Festival auf die Vorbildfunktion hinweisen, die ein solcher Künstler für die jungen Musiker haben kann: Mario Brunello beweist mit der Wahl seiner künstlerischen Aktivitäten, dass es möglich ist, ausserhalb des Starsystems Karriere zu machen. Dass es möglich ist, musikalische Experimente ausserhalb der ausgetretenen Pfade der grossen Plattenlabel zu wagen; dass es möglich ist, sein künstlerisches Talent zu entfalten, ohne sich vom Strudel der internationalen Tourneen erfassen zu lassen, ohne dem unerbittlichen Festivalreigen zu folgen, dessen Rhythmus das Talent so mancher junger Menschen, die eine Musikerkarriere anstreben, zu ruinieren droht.

Es gäbe zahllose weiter originelle und aufschlussreiche Beispiele, um das Portrait von Mario Brunello zu zeichnen. Ein Muster gefällig? Welcher Ernst und welche Einfachheit zeichnen doch einen «Meister» aus, der nicht zögert, seine potentiellen Schüler auf der Internetseite von Antiruggine folgendermassen zu informieren: «Leider findet diesen Herbst keine Meisterklasse für Cello statt (2011). Ich habe einen schwierigen Beruf. Im Moment stehen zahlreiche Veränderungen an, und ich übe ein neues Repertoire ein. Ich muss deshalb Zeit für mich selbst reservieren […]. Mario Brunello.»

Was die Originalität seiner Karriere anbelangt, hier ein paar Beispiele: die beiden Bergwanderungen in den Dolomiten und auf den Gipfel des Fuji, wo Mario Brunello in den Jahren 2004 und 2007 ein Konzert gab! Oder das erstaunliche Experiment in Fiorano, auf der Testrennstrecke von Ferrari, wo er Zwölfzylinder-Motoren verschiedener Modelle zugehört hat, in deren Geräuschen er allerlei Echos von Werken des klassischen Repertoires antraf, um dann allein inmitten der Luxusrennwagen zu spielen.

Parallel zu diesen Experimenten konzertiert der unermüdliche Mario Brunello an der Seite der grössten Musiker der heutigen Musikszene. Er spielte unter der Leitung von Dirigenten wie Claudio Claudio Abbado, Ricardo Muti oder Seiji Ozawa; in der Salle Playel hat er kürzlich ein Konzert mit Valery Gergiev und dem Orchester des Mariinsky Theaters gegeben. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören unter anderem Martha Argerich, Yuri Bashmet und Gidon Kremer. Mario Brunello nahm ausserdem an einem Jazzfestival mit Vinicio Capossela, Uri Caine und Gian Maria Testa teil und kreierte mit Erri de Luca Stücke mit Musik und Texten …

Auch sein Talent als Organisator verdient schliesslich Erwähnung. 1994 gründete er das Orchestra d’Archi Italiana, und seit 2008 ist er künstlerischer Leiter des internationalen Wettbewerbs für Streichquartett von Reggio Emilia.

Ein wahrhaftig vielseitiger und lebendiger Musiker, Mario Brunello! Die Sommets Musicaux sind glücklich, einen Künstler dieses Formats zu ihren Gästen zu zählen, einen Meister, der sich seiner Mission bewusst ist: möglichst vielen Menschen Freude und Wissen zu vermitteln.

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